Pentest
Aktualisiert 29. August 20261 Min. Lesezeit
Ein Pentest (Penetrationstest) ist ein kontrollierter Angriff auf Ihre eigenen Systeme, durchgeführt von ethischen Hackern mit Ihrer Einwilligung. Ziel ist es, Schwachstellen zu finden und ihre reale Auswirkung zu belegen, bevor Kriminelle es tun, abgeschlossen mit einem Bericht voller konkreter Gegenmaßnahmen.
Ein Pentest (Penetrationstest) ist ein kontrollierter, vorab vereinbarter Angriff auf Ihre eigenen Systeme, durchgeführt von ethischen Hackern. Ziel ist nicht, Schaden anzurichten, sondern zu zeigen, wo ein echter Angreifer eindringen würde, und wie Sie diese Tür schließen.
Was es bedeutet
Bei einem Pentest schlüpft ein Sicherheitsspezialist in die Rolle eines Angreifers. Innerhalb eines klar abgegrenzten Umfangs (etwa einer Webanwendung, einer API oder Ihres Firmennetzwerks) sucht der Tester aktiv nach Schwachstellen und versucht, sie tatsächlich auszunutzen. Genau das unterscheidet einen Pentest von einem automatisierten Schwachstellenscan: Ein Scanner meldet bekannte Schwächen, ein Pentester beweist, was ein Angreifer damit in der Praxis erreichen kann.
Pentests werden meist nach Vorwissen eingeteilt. Beim Black-Box-Test weiß der Tester vorab fast nichts, beim Grey-Box-Test erhält er zum Beispiel ein Benutzerkonto, beim White-Box-Test zusätzlich Dokumentation oder Quellcode. Etablierte Rahmenwerke wie der OWASP Web Security Testing Guide und NIST SP 800-115 beschreiben das methodische Vorgehen. Das Ergebnis ist immer ein Bericht mit den gefundenen Schwachstellen, ihrem Schweregrad (häufig als CVSS-Score) und konkreten Gegenmaßnahmen.
Warum es wichtig ist
Automatisierte Werkzeuge übersehen Fehler, die erst in Kombination gefährlich werden: Ein kleines Informationsleck plus eine schwache Zugriffskontrolle kann zusammen zur vollständigen Übernahme einer Anwendung führen. Ein Pentest macht solche Angriffsketten sichtbar und zeigt, welche Risiken wirklich Priorität verdienen.
Außerdem verlangen immer mehr Normen und Kunden regelmäßige Tests, etwa ISO 27001, PCI DSS, TISAX oder die europäische NIS2-Richtlinie.
Beispiel
Ein Pentester untersucht ein Kundenportal und stellt fest, dass sich die Rechnungsnummer in der URL ändern lässt. Wer die Zahl hochzählt, sieht Rechnungen anderer Kunden: eine klassische IDOR-Schwachstelle. Der Bericht beschreibt genau, wie sich das Problem reproduzieren lässt, welche Daten erreichbar waren und wie das Entwicklungsteam die Autorisierung korrigiert, bevor ein Krimineller denselben Trick anwendet.
Quellen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Pentest und einem Schwachstellenscan?
Ein Schwachstellenscan läuft automatisiert und meldet bekannte Schwächen. Ein Pentest wird von Menschen durchgeführt, die Schwachstellen tatsächlich ausnutzen und kombinieren, um die reale Auswirkung zu belegen.
Wie lange dauert ein Pentest?
Meist einige Tage bis wenige Wochen, abhängig vom Umfang. Eine einzelne Webanwendung erfordert in der Regel weniger Zeit als eine komplette Infrastruktur.
Wie oft sollte ein Pentest durchgeführt werden?
Üblich ist mindestens einmal jährlich sowie nach größeren Änderungen wie einer neuen Anwendung, einer Migration oder einem wichtigen Release.
Ist ein Pentest legal?
Ja, sofern vorab eine schriftliche Einwilligung und ein klarer Umfang vereinbart wurden. Ohne diese Erlaubnis wäre dieselbe Handlung strafbar.
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